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Infrarotspektroskopie
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Infrarotspektroskopie, kurz IR-Spektroskopie und bis in die 1960er-Jahre Ultrarotspektroskopie genannt, ist ein physikalisches Analyseverfahren, das mit infraroter Strahlung (WellenlĂ€nge: 800 nm bis 1 mm) arbeitet. Das Verfahren gehört zu den Methoden der MolekĂŒlspektroskopie, die auf der Anregung von EnergiezustĂ€nden in MolekĂŒlen beruhen.
Die IR-Spektroskopie wird zur quantitativen Bestimmung von bekannten Substanzen, deren Identifikation anhand eines Referenzspektrums erfolgt, oder zur StrukturaufklÀrung unbekannter Substanzen genutzt.
Ăhnliche molekĂŒlspektroskopische Methoden sind die Raman-Spektroskopie, die ebenfalls Schwingungsinformationen im Infrarotbereich liefert, und die UV/VIS-Spektroskopie im höherliegenden Frequenzbereich.
Heutzutage kommen hauptsĂ€chlich Fourier-Transform-Infrarotspektrometer (FTIR-Spektrometer) zum Einsatz. Diese bieten gegenĂŒber den frĂŒher ĂŒblichen dispersiven Spektrometern einige entscheidende Vorteile. Beispielsweise weisen die FTIR-Spektrometer ein deutlich höheres Signal-Rausch-VerhĂ€ltnis auf und benötigen wesentlich geringere Messzeiten. Ergebnisse der Infrarotspektroskopie werden in der Infrarotspektrografie dargestellt.
Contents
âą Varianten
âą Messprinzip
âą Transmission
âą Emission
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Varianten
Aus spektroskopischer Sicht wird zwischen dem nahen Infrarot (NIR; Wellenzahl: 12500â4000 cmâ1; WellenlĂ€nge: 0,8â2,5 ÎŒm, vgl. Nahinfrarotspektroskopie), dem mittleren oder klassischen (normalen) Infrarot (MIR; Wellenzahl: 4000â400 cmâ1 WellenlĂ€nge: 2,5â25 ÎŒm) und dem fernen Infrarot (FIR; Wellenzahl: 400â10 cmâ1; WellenlĂ€nge: 25â1000 ÎŒm) unterschieden, da durch die Absorption im jeweiligen Bereich unterschiedliche PhĂ€nomene zu beobachten sind. Eine Absorption im FIR-Bereich fĂŒhrt ĂŒberwiegend zur Rotation ganzer MolekĂŒle. Im MIR-Bereich und NIR-Bereich wird die Schwingung von Atomen bzw. Atomgruppen an ihren MolekĂŒlbindungen angeregt, wobei im NIR-Bereich die sogenannten Oberschwingungen des MIR-Bereich detektierbar sind (insbesondere von CH-, OH- und NH-Bindungen).cite-ref-bgr-1-1-0[1]
Die Spektroskopie im mittleren Infrarot â hĂ€ufig nur als IR-Spektroskopie bezeichnet â ist eine leistungsfĂ€hige Technik in der chemischen Analytik organischer Substanzen. Sie ermöglicht direkte Aussagen ĂŒber Vorhandensein und ggf. Konzentration infrarotaktiver funktioneller Gruppen. Die Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) wird zur schnellen ĂberprĂŒfung von Stoffen und Stoffgemischen (hĂ€ufig insbesondere in Anwendungen der Prozessanalytik) genutzt, ist aber auf computergestĂŒtzte chemometrische Modelle mit begleitender, stichprobenhafter Referenzanalytik angewiesen.
In IR-Spektren wird, im Gegensatz zu UV-Spektren, hĂ€ufig nicht die Absorption, sondern die Transmission als MaĂ fĂŒr die DurchlĂ€ssigkeit der Anregungsstrahlung verwendet. Die Transmission wird nach oben zunehmend der vertikalen Achse aufgetragen â Bereiche geringer DurchlĂ€ssigkeit der IR-Strahlung ergeben einen Ausschlag nach unten. Die Darstellung als Absorptionsspektrum wird aber, vor allem bei der ATR-Technik, ebenfalls genutzt.
Messprinzip
Absorption von IR-Strahlung
Bei der Bestrahlung eines Stoffes mit elektromagnetischen Wellen werden bestimmte Frequenzbereiche absorbiert. Infrarotstrahlung liegt energetisch im Bereich der Rotationsniveaus von kleinen MolekĂŒlen und der Schwingungsniveaus von MolekĂŒlbindungen, d. h., die Absorption fĂŒhrt zu einer Schwingungsanregung der Bindungen. Sie sind in Form von AusschlĂ€gen im gemessenen Spektrum (Diagramm) sichtbar. Da die dazu notwendigen Energien bzw. Frequenzen charakteristisch fĂŒr die jeweiligen Bindungen sind, können so auch Materialien identifiziert werden. Die IR-Spektroskopie ist somit strukturaufklĂ€rend.
Wechselwirkung zwischen elektromagnetischer Strahlung und dem MolekĂŒl kann nur dann auftreten, wenn im MolekĂŒl bewegte elektrische Ladung zur VerfĂŒgung steht. Das ist immer dann der Fall, wenn das MolekĂŒl entweder ein verĂ€nderbares oder ein induzierbares Dipolmoment aufweist (IR-aktiv). In MolekĂŒlen mit Schwingungen symmetrisch zum Symmetriezentrum treten keine Ănderungen des Dipolmoments auf (IR-inaktiv). Solche âverbotenenâ Schwingungen sind allerdings oft Raman-aktiv.
Der einfachste Fall ist ein zweiatomiges MolekĂŒl. Bei mehratomigen MolekĂŒlen kommt es zur Ăberlagerung von Grundschwingungen. Dementsprechend sieht man eine Reihe von Absorptionsbanden, die interpretiert werden mĂŒssen.
Mechanisches Modell
Das denkbar einfachste Modell, welches zur ErklĂ€rung von Vibrations- und Rotationsanregungen verwendet werden kann, ist das klassische Modell der Wechselwirkung eines permanenten elektrischen Dipols im elektromagnetischen Feld. SpĂ€ter können in besseren Modellen, wie dem quantenmechanischen Modell, auch MolekĂŒle ohne ein permanentes Dipolmoment beschrieben werden.
Zwischen den Atomen und ihren Nachbarn bestehen anziehende und abstoĂende Wechselwirkungen. Daher befindet sich der optimale Bindungsabstand im MolekĂŒl im Minimum der Potentialfunktion. Mechanisch lĂ€sst sich dies so vorstellen, als wĂ€ren die Atome durch Federn miteinander verbunden. Die Kraft, die man zur Auslenkung einer Feder braucht, wird mit dem hookeschen Federgesetz beschrieben. Bringt man nun ein solches MolekĂŒl in ein elektrisches Feld, wie es beispielsweise in einem Plattenkondensator besteht, wird sich das MolekĂŒl erstens mit seinem Dipolmoment entlang des elektrischen Feldes ausrichten und zweitens seinen Bindungsabstand vergröĂern. Wird jetzt Wechselspannung angelegt oder regt man das MolekĂŒl mit einer elektromagnetischen Welle an, fangen die an den Bindungen âhĂ€ngendenâ funktionellen Gruppen zu schwingen und zu rotieren an. Das mechanistische Modell ist allerdings nur sehr begrenzt tauglich, da es beispielsweise nicht erklĂ€rt, warum nur diskrete Energien zur IR-Anregung zugelassen sind und warum auch MolekĂŒle ohne permanentes Dipolmoment eine IR-Absorption zeigen.
Quantenmechanisches Modell
Wie auch im Modell der klassischen Mechanik ist die Grundlage des quantenmechanischen Modells der Vibrations- und Rotationsanregung die Potentialfunktion. Die Potentialfunktion lÀsst sich in ihrem Minimum gut durch eine Parabel annÀhern. Eine solche Parabel ergibt sich aus der Integration des hookeschen Federgesetzes.
Wird jetzt ein MolekĂŒl mit elektromagnetischer Strahlung angeregt, können innerhalb des MolekĂŒls die Valenzbindungen in Schwingungen und Rotationen versetzt werden, wenn die Energie ausreicht, es aus seinem Grundzustand in den ersten angeregten Schwingungszustand zu heben. Um diese Energie zu bestimmen, muss die Schrödinger-Gleichung fĂŒr dieses Potential gelöst werden. Nach Abtrennung der Relativbewegung von Atomkernen und Elektronen (Born-Oppenheimer-NĂ€herung) ergibt sich als Lösung der Schrödinger-Gleichung ein Zusammenhang zwischen der benötigten Energie, der BindungsstĂ€rke (k) und der reduzierten Masse (ÎŒ). Anders als beim klassischen harmonischen Oszillator ist im quantenmechanischen Fall die Schwingungsenergie durch die Schwingungsquantenzahl v gequantelt.
Schrödinger-Gleichung:
â â â â 2 2 ÎŒ ÎŒ d 2 Κ Κ d x 2 + V Κ Κ = E Κ Κ {\displaystyle -{\frac {\hbar ^{2}}{2\mu }}{\frac {\mathrm {d} ^{2}\Psi }{\mathrm {d} x^{2}}}+V\Psi =E\Psi }
Lösung der Schrödinger-Gleichung:
E v = ( v + 1 2 ) â â k ÎŒ ÎŒ {\displaystyle E_{v}=(v+{\tfrac {1}{2}})\hbar {\sqrt {\frac {k}{\mu }}}}
Schwingungsformen
â
Hauptartikel
:
MolekĂŒlschwingung
In anorganischen und organischen Substanzen treten bei Absorption von Strahlung aus dem infraroten Bereich mechanische Schwingungen auf. GemÀà R. Mecke können MolekĂŒlschwingungen in zwei Arten unterschieden werden:
1. Valenzschwingungen (Streckschwingungen): Schwingungen entlang der Bindungsachse zweier Atome oder MolekĂŒlteile durch eine Dehnung oder Stauchung der Bindung
2. Deformationsschwingungen: Schwingungen unter der Deformation des Bindungswinkels
âą in der Ebene (Biege-/Beugeschwingungen):
âą auĂerhalb der Ebene (Dreh-/Kippschwingungen) â meist senkrecht zur Bindungsebene
Da MolekĂŒlschwingungen bestimmter Atomgruppen im Bereich von 4000â1500 cmâ1 besonders charakteristisch sind, eignet sich die IR-Spektroskopie zur Bestimmung bestimmter Strukturelemente, insbesondere der funktionellen Gruppen des untersuchten MolekĂŒls.
Rotations-Schwingungs-Spektrum
Das ideale Rotations-Schwingungs-Spektrum
Chlorwasserstoff (HCl) ist ein zweiatomiges MolekĂŒl mit einem ausgeprĂ€gten Dipolmoment. Das HCl-MolekĂŒl kann vereinfacht als ein linearer Kreisel angesehen werden. Wie auch in der reinen Rotationsspektroskopie, kann das Modell des starren Rotators zur Beschreibung von Spektren verwendet werden. FĂŒr ein lineares MolekĂŒl ist die spezielle Auswahlregel fĂŒr einen RotationsĂŒbergang:
ΠΠJ = ± ± 1 {\displaystyle \Delta J=\pm 1} ,
wobei J {\displaystyle J} die Rotationsquantenzahl darstellt. Wenn das Dipolmoment parallel zur Hauptrotationsachse liegt (wie z. B. beim Ammoniak), wĂ€re auch Î Î J = 0 {\displaystyle \Delta J=0} möglich. FĂŒr einen SchwingungsĂŒbergang des harmonischen Oszillators lautet die spezielle Auswahlregel:
ΠΠv = ± ± 1 {\displaystyle \Delta v=\pm 1}
Die ĂbergĂ€nge zwischen den verschiedenen Rotationsniveaus ( J = 0 , 1 , 2 , . . . {\displaystyle J=0,\,1,\,2,\,...} ) des Schwingungsgrundzustandes ( v = 0 {\displaystyle v=0} ) und den Rotationsniveaus ( J âČ = 0 , 1 , 2 , . . . {\displaystyle J'=0,\,1,\,2,\,...} ) des angeregten Schwingungszustandes ( v âČ = 1 {\displaystyle v'=1} ) können in zwei Gruppen, den R-Zweig (rechts) fĂŒr ĂbergĂ€nge mit Î Î J = J â â J âČ = + 1 {\displaystyle \Delta J=J-J'=+1} und den P-Zweig (links) fĂŒr ĂbergĂ€nge mit Î Î J = J â â J âČ = â â 1 {\displaystyle \Delta J=J-J'=-1} , unterteilt werden und sind in der Abbildung skizziert. Da Î Î J = 0 {\displaystyle \Delta J=0} fĂŒr HCl nicht erlaubt ist, erscheint auch kein Q-Zweig. Im oberen Bild ist das Energieniveauschema abgebildet. Anhand der PfeillĂ€nge ist deutlich zu erkennen, dass jeder Ăbergang eine Energiezufuhr von
Î Î E = Î Î E v i b + Î Î E r o t = ( E ( v ) â â E ( v âČ ) ) + ( E ( J ) â â E ( J âČ ) ) = { â â Ï Ï â â h c â
â
2 B J , P-Zweig â â Ï Ï + h c â
â
2 B ( J + 1 ) , R-Zweig {\displaystyle {\begin{aligned}\Delta E&=\Delta E_{\mathrm {vib} }+\Delta E_{\mathrm {rot} }\\&=\left(E(v)-E(v')\right)+\left(E(J)-E(J')\right)\\&={\begin{cases}\hbar \omega -hc\cdot 2BJ,&{\text{P-Zweig}}\\\hbar \omega +hc\cdot 2B(J+1),&{\text{R-Zweig}}\end{cases}}\end{aligned}}}
erfordert, wobei B = h 8 Ï Ï 2 c â
â
I {\displaystyle B={\frac {h}{8\pi ^{2}c\cdot I}}} die Rotationskonstante mit der Einheit m â â 1 {\displaystyle m^{-1}} ist. Diese beinhaltet das TrĂ€gheitsmoment I {\displaystyle \,I} des MolekĂŒls bezĂŒglich der Rotationsachse.
FĂŒr die Energiedifferenz zum benachbarten Ăbergang gilt damit
Î Î Î Î E = Î Î E â â Î Î E N a c h b a r = 2 B â
â
h c {\displaystyle \Delta \Delta E=\Delta E-\Delta E_{\mathrm {Nachbar} }=2B\cdot hc}
Im idealen Rotationsschwingungsspektrum (unteres Bild) haben daher die Peaks einen konstanten Abstand von 2B. Im Experiment weisen die Peaks etwas andere AbstÀnde auf, da das Modell nicht:
⹠die AnharmonizitÀt der Schwingung
⹠den gedehnten Atomabstand durch die ZentrifugalkrÀfte (NÀherung: starrer Rotator)
âą und die Wechselwirkung von Schwingungs- und Rotationsbewegung beachtet.
Das reale Rotations-Schwingungs-Spektrum
Das reale Rotations-Schwingungs-Spektrum weicht aufgrund von EinschrĂ€nkungen der angewendeten Modelle vom idealen ab. Die AbstĂ€nde der Peaks (Amplitudenausschlag im Diagramm, auch Banden genannt) betragen nicht wie im idealen Fall genau 2B, sondern werden infolge der Wechselwirkung von Rotation und Schwingung im R-Zweig mit steigender Wellenzahl kleiner, im P-Zweig hingegen gröĂer. Das nebenstehende Diagramm zeigt ein aufgenommenes Spektrum von Chlorwasserstoff in der Gasphase. In der Feinstruktur des Spektrums ist gut eine Verdoppelung aller Banden durch die beiden verschieden trĂ€gen Isotope des Chlors zu erkennen.
Lage und Auswertung der IR-Absorptionsbanden
StĂ€rkere chemische Bindungen und Atome kleinerer Masse verursachen im IR-Spektrum Absorptionsmaxima bei groĂen Wellenzahlen (hohe Energie), groĂe Massen hingegen verursachen IR-Absorptionsmaxima bei kleinen Wellenzahlen (niedrige Energie) (siehe Deuterierung). Die Energie ist proportional zum Quadrat des permanenten Dipolmomentes. Daher liefern polare MolekĂŒle intensive RotationsĂŒbergĂ€nge. Vergleicht man allerdings die Amplituden der Peaks eines einzelnen MolekĂŒls miteinander, fĂ€llt auf, dass die StĂ€rke der ĂbergĂ€nge mit wachsenden J zunĂ€chst schnell zunehmen, durch ein Maximum gehen und schlieĂlich fĂŒr groĂe J wieder abfallen. Die Ursache dafĂŒr ist, dass die StĂ€rke die Entartungen der verschiedenen RotationszustĂ€nde und die Besetzungszahlen der Rotationsniveaus im Ausgangszustand widerspiegelt. Der Grad der Entartung nimmt mit steigendem J zu, was zu einer höheren Energie fĂŒhrt. Andererseits nehmen die Besetzungszahlen mit steigender Energie ab, was schlieĂlich zu einer Abnahme der StrahlungsstĂ€rke fĂŒhrt.
IR-Spektren werden interpretiert, um aus der Kurve des gemessenen IR-Spektrums die MolekĂŒlgestalt herleiten zu können. Dabei werden die verschiedenen Schwingungsvarianten der MolekĂŒle gemessen und daraus auf das Vorhandensein bestimmter Strukturelemente geschlossen. Ein typisches IR-Spektrum reicht von 4000 cmâ1 bis 400 cmâ1 (Wellenzahl). Die Wellenzahl wird in der etwas ungewöhnlichen Einheit cmâ1 angegeben. Dies besitzt jedoch den Vorteil, dass Wellenzahl und Anregungsenergie proportional sind. Die Wellenzahl multipliziert mit der Planck-Konstante h {\displaystyle h} und der Lichtgeschwindigkeit c {\displaystyle c} ergibt die Energie. Bei einem IR-Spektrum hinterlĂ€sst jedes MolekĂŒl ein typisches Muster aus Absorptionsbanden. Die LĂ€nge dieser Banden wird ĂŒblicherweise nicht numerisch ausgewertet, sondern lediglich mit Attributen wie âstarkâ oder âwenig intensivâ bewertet. Ab etwa 1500 cmâ1 abwĂ€rts wird die Zuordnung einzelner Banden zu bestimmten MolekĂŒlschwingungen deutlich schwerer, da die Anzahl der möglichen Ăberlagerungen durch GerĂŒstschwingungen sehr hoch wird. Dieser sogenannte Fingerprint-Bereich sollte idealerweise fĂŒr jede MolekĂŒlsorte ein charakteristisches Spektrum liefern. TatsĂ€chlich kann aber davon ausgegangen werden, dass einige Unterschiede nicht durch die Messgenauigkeit der Spektralanalyse dargestellt werden können. In diesem Bereich liegen aber auch einige fĂŒr bestimmte Strukturelemente charakteristische Banden. Enantiomerenpaare zeigen vollkommen gleiche Spektren, sofern kein linear polarisiertes IR-Licht verwendet wird. Soweit keine Reinsubstanzen, sondern Gemische vorliegen, enthĂ€lt das IR-Spektrum die Informationen ĂŒber Strukturelemente aller Bestandteile des Gemisches. Mit entsprechend hochauflösenden Spektren können aber trotzdem einzelne Bestandteile anhand charakteristischer Absorptionen bestimmter Stoffgruppen oder einer Kombination mehrerer Absorptionen detektiert werden. Oft erfolgt dazu ein direkter Abgleich mit einem Spektrum der Reinsubstanz.
Die individuelle Zuordnung der Banden erfolgt anhand von tabellierten empirischen Daten. Die genaue Lage einer Bande kann durch die chemische Umgebung der jeweiligen Atomgruppe zu höheren oder niedrigeren Wellenzahlen verschoben sein, wodurch weitere RĂŒckschlĂŒsse auf die Nachbarschaft bestimmter Strukturelemente möglich werden. Bei der Interpretation von Bandenlagen muss allerdings berĂŒcksichtigt werden, dass verschiedene optische Effekte ebenfalls zu Bandenverschiebungen fĂŒhren können, wie z. B. Interferenz und Ausrichtungseffekte sowie die Polarisation von Materie durch Licht. Dies erschwert die Interpretation solcher Verschiebungen.cite-ref-0-2-0[2]
| Bezeichnung nach Mecke / Atomgruppe | Wellenzahlbereich in cm â1 | Bemerkung |
|---|---|---|
| Μ(âCâH x ) | 2850â3200 | Μ = Streckschwingung; Ă = 1âŠ3, Anzahl der gebundenen Wasserstoffatome |
| ÎŽ(âCâH x ) | 1400 | ÎŽ = Deformationsschwingung; Ă = 1âŠ3, Anzahl der gebundenen Wasserstoffatome |
| âC=C | 1650 | |
| âCâĄC | 2200â2500 | |
| Μ(âOH) | 3200â3600 | In Verbindung mit WasserstoffbrĂŒckenbindungen hĂ€ufig Banden ĂŒber einen groĂen Spektralbereich, beispielsweise bei flĂŒssigem Wasser |
| Μ(âOH) | 2500â3000 | in Carboxygruppen |
| âC=O | 1700 | |
| Μ(âCâĄN) | 2200â2260 | Valenzschwingung, z. B. in ABS oder SAN (s. Bild) |
| Μ(âNH) | 3100â3500 | |
| âNO 2 | 1500 | |
| âCâX | < 1500 | wobei X fĂŒr ein Halogen steht |
| Μ as (O=C=O) | 2349 | Kohlendioxid. |
IR-Spektroskopie-Techniken
Transmission
Eine der am hĂ€ufigsten eingesetzten Methoden ist die Messung des Transmissionsgrades einer Probe. Dazu wird eine Probe mit Infrarot durchstrahlt und der Anteil der Messstrahlung gemessen, der die Probe durchdrungen hat. Besitzt die Probe IR-aktive Bindungen oder MolekĂŒlgruppen, sind im Transmissionsspektrum Bereiche geringerer IntensitĂ€t (Absorptionsbanden) zu sehen. Die IntensitĂ€t der Bande nimmt gemÀà dem Lambert-Beerschen Gesetz (unter anderem) mit der Probendicke zu (dabei ist allerdings zu berĂŒcksichtigen, dass dieses Gesetz generell nur nĂ€herungsweise gilt, weil es nicht mit den Maxwellschen Gleichungen kompatibel ist. Dementsprechend ergeben sich je nach verwendeter Messtechnik mehr oder weniger groĂe Abweichungen. AusfĂŒhrliche ErklĂ€rungen sowie mögliche Lösungen finden sich incite-ref-4[4]). ZusĂ€tzlich wird auch noch ein Teil der Strahlung reflektiert, entsprechende Anteile wirken sich meist als ĂŒber das gesamte Spektrum erhöhte verringerte Transmission aus und können mit einer Grundlinienkorrektur groĂteils entfernt werden.
Je nach Probenform (gasförmig, flĂŒssig, fest) gibt es spezielle Messtechniken, die sich in der Art der Probenvorbereitung und der Messzellen (Probenhalter mit mehr oder weniger komplizierten Strahlenwegen) unterscheiden. Die einfachste Messanordnung entspricht einem simplen Probenhalter, der einen Feststoff (beispielsweise eine Folie oder Platte) im Strahlengang des Spektrometers fixiert. Bei Proben mit parallelen GrenzflĂ€chen (wie bei einer Folie) entstehen jedoch Interferenzen durch Mehrfachreflexionen in der Probe (siehe auch newtonsche Ringe) die je nach Dicke und PlanparallelitĂ€t das Spektrum verfĂ€lschen, die Interferenzen können aber auch fĂŒr eine Schichtdickenbestimmung genutzt werden.
Eine weit verbreitete Technik feste Proben zu messen, ist die Einbettung der Festkörper in ein IR-transparentes TrĂ€germaterial (auch Matrix genannt). Man verwendet hauptsĂ€chlich anorganische Salze wie Halogenide der Alkalimetalle, eine gĂ€ngige Matrix ist Kaliumbromid (KBr). Zur Messung von Feststoffen wird trockenes Kaliumbromid-Pulver (KBr ist hygroskopisch) mit etwas Probensubstanz gemischt und gemeinsam intensiv zermahlen. AnschlieĂend wird dieses Gemisch in einem Stahlzylinder unter Vakuum und hohem mechanischem Pressdruck zu einer Tablette gepresst. Bei diesem Druck wird das Kaliumbromid plastisch und es entstehen durch kalten Fluss (meist auch optisch) transparente âPresslingeâ. Diese können dann einfach im Strahlengang platziert werden.
FlĂŒssige Proben können zwischen zwei IR-transparente Platten, hergestellt aus Einkristallen von Alkalimetallhalogeniden oder selten transparente Polymerplatten, platziert werden. Dies kann statisch oder auch dynamisch in Form einer Durchflusseinheit erfolgen. Gasförmige Proben werden in der Regel in spezielle KĂŒvetten eingebracht.
Schichtdickenmessung
Da es bei planparallelen dĂŒnnen Proben zu Interferenzen kommt, wird das eigentliche Spektrum von einem sinusförmigen Wellenzug ĂŒberlagert. Aus der Lage der Maxima kann man die Dicke der Folie berechnen.
d = m 2 n P â
â
1 Μ Μ ~ ~ 1 â â Μ Μ ~ ~ 2 {\displaystyle d={\frac {m}{2n_{\mathrm {P} }}}\cdot {\frac {1}{{\tilde {\nu }}_{1}-{\tilde {\nu }}_{2}}}}
mit n P {\displaystyle n_{\mathrm {P} }} der Brechungsindex der Probe und m {\displaystyle m} der Anzahl der Maxima im Spektralbereich zwischen den Wellenzahlen Μ Μ ~ ~ 1 {\displaystyle {\tilde {\nu }}_{1}} und Μ Μ ~ ~ 2 {\displaystyle {\tilde {\nu }}_{2}} .
Eliminieren kann man die Interferenzen bei Folien, indem man sie knittert oder aufraut. Dabei erhöht man aber den Anteil der diffusen Reflexion. Eine alternative Methode ist eine sogenannte Dispersionanalyse. Dabei wird das gemessene Spektrum auf Basis von Wellenoptik und Dispersionstheorie modelliert und die optischen Konstanten sowie die Schichtdicke und die Oszillatorparameter gewonnen. Auf diese Art und Weise können generell etliche der optischen Effekte absepariert werden.cite-ref-5[5]
Christiansen-Effekt
Der Christiansen-Effekt (nach Christian Christiansen) ist ein Artefakt bei IR-Transmissionsmessungen von in Kaliumbromid oder einer anderen Matrix eingebundenen Substanzen (so genannte Presslinge). Er Ă€uĂert sich vor allem durch asymmetrische Banden im Spektrum. Dabei zeigt die hochfrequente Flanke einen sehr steilen Verlauf (oft höher als die Basis des Spektrums). Die niederfrequente Flanke zeigt dementgegen eher einen flachen, langgezogenen Verlauf. Die Ursache liegt in der anomalen Dispersion in der NĂ€he starker Absorptionsbanden. Beobachtet wird der Effekt jedoch nur bei Presslingen, bei denen die zu untersuchende Substanz zu grobkörnig ist, oder bei Proben mit gröĂerem Unterschied im Brechungsindex zwischen der zu untersuchenden Substanz und dem Matrixmaterial. Das heiĂt, der Effekt kann minimiert bzw. verhindert werden, wenn die Substanz durch Zermahlen stĂ€rker verkleinert wird.cite-ref-6[6]cite-ref-7[7]cite-ref-8[8]
Reflexion und Absorption
Eine andere Methode ist die (externe) Reflexion der IR-Strahlung an einer glatten OberflĂ€che. Die Methode nutzt den Umstand, dass der Reflexionsgrad einer Probe abhĂ€ngig vom komplexen Brechungsindex der Proben ist (vgl. fresnelsche Formeln). Im Bereich der Schwingungszentren steigt die Absorption, was im komplexen Brechungsindex durch einen Anstieg des Extinktionskoeffizienten (der ImaginĂ€rteil des Brechungsindexes) dargestellt wird. Dieser Anstieg ist begleitet von einer Ănderung des Brechungsindex um die Absorptionsbande herum, welcher in erster NĂ€herung proportional zu diesem Anstieg ist. Sowohl der Anstieg des Brechungsindex, als auch der des Absorptionsindex fĂŒhrt zu einer erhöhten Reflexion der Probe fĂŒr diesen Frequenzbereich und einer Bande im Reflexionsspektrum.cite-ref-1-9-0[9] FĂŒr schwache Oszillatoren, wie sie hauptsĂ€chlich in organischen Materialien vorkommen, ĂŒberwiegt der Einfluss der BrechungsindexĂ€nderung, weshalb die Spektren derivationsĂ€hnliche Bandenformen zeigen, wohingegen mit steigender OszillatorstĂ€rke der Einfluss des Absorptionsindex immer mehr zunimmt und die Bandenform bestimmt. Die Ursache der derivationsĂ€hnlichen Bandenformen liegt in der anomalen Dispersion in der NĂ€he von Absorptionszentren eines Materials, das heiĂt der Brechungsindex steigt hier mit der WellenlĂ€nge an, anstatt wie sonst zu fallen. Dies fĂŒhrt zu einer geĂ€nderten ReflektivitĂ€t und somit zu den beobachteten verzerrten Banden. Ein steigender Einfluss des Absorptionsindex fĂŒhrt hingegen zu Bandenformen die ĂŒbergangsweise Absorptionsbanden Ă€hneln, bevor sie zu sehr breiten Banden mit Plateaus in der NĂ€he von 100 % Reflexion werden deren Senken dann auf Gegenwart von schwĂ€cheren Oszillatoren hindeuten.cite-ref-1-9-1[9]
Die Technik eignet sich unter anderem fĂŒr die Messung stark absorbierender Proben. Hauptnachteil der Methode ist, dass sich die Reflexionsspektren stark von Transmissionsspektren unterscheiden. FĂŒr die Reflexionsspektren von organischen Materialien wurde unlĂ€ngst eine neue quantitative Auswertemethode vorgeschlagen, die eine Ă€hnlich einfache Auswertung wie die von Absorbanzspektren auf Basis des Lambert-Beerschen Gesetz ist. Die Methode wird dementsprechend Infrarot-Refraktionsspektroskopie genannt.cite-ref-10[10] FĂŒr die Reflexionsspektren anorganischer Materialien mit starken Oszillatoren wird entweder die Dispersionsanalyse oder die Kramers-Kronig-Transformation (KKT) genutzt, um das Absorptionsspektrum der Probe zu berechnen.cite-ref-1-9-2[9]
Neben dem oben beschriebenen Verfahren existiert noch eine weitere Reflexionsmethode, die vor allem fĂŒr dĂŒnne Schichten und Adsorbaten geeignet ist, die sogenannte Technik der âInfrarot-Reflexions-Absorptions-Spektroskopieâ (engl.: infrared reflection absorption spectroscopy, IRRAS, auch IRAS). Hierbei wird Infrarotstrahlung an einer MetalloberflĂ€che (extern) reflektiert auf der sich die zu untersuchende Schicht befindet. Durch die sehr hohe ReflektivitĂ€t der Metallschicht (> 90 %) wird die Infrarotstrahlung quasi zweimal durch die Probe gefĂŒhrt. Zudem kommt es Ă€hnlich wie bei der OberflĂ€chenplasmonenresonanzspektroskopie zu einer FeldverstĂ€rkung an der MetalloberflĂ€che, dies macht die Methode selbst fĂŒr Monolagen sensitiv, also dĂŒnne Schichten mit einer Schichtdicke von einigen Ă
ngström; die Detektion von Monolagen ist auch mit anderen Messtechniken der Infrarotspektroskopie möglich. Die Messung erfolgt in der Regel in quasistreifenden Einfall, das heiĂt mit einem Einfallswinkel von rund 80° vom Lot. Des Weiteren kann durch den Einsatz von p-polarisierter Strahlung die SensitivitĂ€t der Methode gesteigert werden. Auch in diesem Fall können die Spektren mit der Methode der Dispersionsanalyse quantitativ ausgewertet werden.cite-ref-1-9-3[9]
Diffuse Reflexion
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DRIFTS
Mit der diffusen Reflexionsspektroskopie (DRIFTS) können raue Festkörper und Pulver untersucht werden, ohne letztere in eine Matrix zu pressen (vgl. Transmissionmessungen). Der Infrarotstrahl wird auf die Probe gefĂŒhrt und dort aufgrund der rauen OberflĂ€che nicht mehr gerichtet (wie bei einem Spiegel), sondern diffus reflektiert. Die reflektierte Strahlung wird von einer speziellen Spiegelanordnung, halbkugelförmig ĂŒber der Probe (vgl. Hohlspiegel), wieder gebĂŒndelt und zum Detektor gefĂŒhrt.
Durch die diffuse Reflexion sind die Strahlenanteile ungleich verteilt und das entstehende Spektrum weist Besonderheiten auf, die einen direkten Vergleich mit Spektren anderer IR-Techniken nur sehr eingeschrĂ€nkt zulassen. FĂŒr eine Auswertung (qualitativ und quantitativ) kann das Spektrum mithilfe der Kubelka-Munk-Funktion in ein Absorptionsspektrum umgewandelt werden.
AbgeschwÀchte Totalreflexion (ATR)
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Hauptartikel
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ATR-Infrarotspektroskopie
Bei der ATR-Infrarotspektroskopie wird die Strahlung in einem Reflexionselement (quasi ein Lichtwellenleiter) in Totalreflexion gefĂŒhrt. Dabei bildet sich an der GrenzflĂ€che des Elements ein evaneszentes Feld aus, dessen Amplitude senkrecht zur GrenzflĂ€che exponentiell abklingt (evaneszente Welle). Befindet sich hinter der GrenzflĂ€che eine Probe, wechselwirkt das evaneszente Feld mit der Probe, das heiĂt, bestimmte Frequenzbereiche können durch die Probe absorbiert werden. Die absorbierten Bereiche fehlen nun im Spektrum des reflektierten Strahls, der zum Detektor gefĂŒhrt wird. Da das Feld recht schnell abklingt, mĂŒssen Proben fĂŒr die Messung sehr nah an die OberflĂ€che gebracht werden, um noch auswertbare BandenintensitĂ€ten zu erreichen. Der gemessene Bereich umfasst meist nur die ersten Mikrometer der Probe. Es ergeben sich Ă€hnliche Spektren wie bei der Transmissionsspektroskopie, die jedoch im Vergleich dazu wellenlĂ€ngenabhĂ€ngige IntensitĂ€tsunterschiede aufweisen. Diese Methode eignet sich fĂŒr feste und flĂŒssige Proben mit vergleichsweise schwachen Absorptionen, die nur von geringen BrechungsindexĂ€nderungen begleitet sind, andernfalls ist das elektrische Feld nicht mehr evaneszent in der Probe.cite-ref-11[11]
Emission
Bei der Infrarotemissionsspektroskopie (engl. infrared emission spectroscopy, IRES) wird die von einer Probe emittierte Infrarotstrahlung untersucht. Das heiĂt, anders als bei den zuvor beschriebenen Methoden der Absorptionsspektroskopie wird die Probe nicht von einer Lichtquelle hoher Temperatur durchstrahlt und mit einem Referenzspektrum ohne Probe verglichen, sondern es dient die Probe selbst als Strahlungsquelle. Die erhaltenen Emissionsspektren zeigen deutlich weniger Details bezĂŒglich der Rotationsspektren und die BandenintensitĂ€t und -form ist stĂ€rker von der Temperatur abhĂ€ngig.cite-ref-0-2-1[2]
Die Messung von Proben ohne Referenzspektrum ist möglich, da ein MolekĂŒl, das sich in einem angeregten Schwingungszustand befindet, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Infrarotstrahlung emittieren kann. Die gemessenen Emissionsbanden entsprechen in der Regel dem Ăbergang von einem angeregten in den Grundzustand. Die Emission kann sowohl durch Anwesenheit (durch induzierte Emission) als auch in Abwesenheit (durch spontane Emission) einer einfallenden elektromagnetischen Strahlung erfolgen. Allerdings ist bei Raumtemperatur die Anzahl an MolekĂŒlen, die sich in einem angeregten Zustand befinden, verhĂ€ltnismĂ€Ăig gering (kleiner 1 % der Anzahl im Grundzustand, ausgehend von einem Grenzwert bei 1000 cmâ1)cite-ref-su-taka-12-0[12] und daher deutlich geringer als bei der Absorption. Um ein stĂ€rkeres Signal zu bekommen, wird daher eine Probe in der Regel erhitzt (meist ĂŒber 100 °C) und die emittierte Strahlung gemessen (vgl. Schwarzer Körper).cite-ref-13[13]cite-ref-su-taka-12-1[12] DarĂŒber hinaus sind ausgehend vom Produkt aus Boltzmann-Faktor und der Ăbergangswahrscheinlichkeit nur sehr geringe Strahlungsenergien zu erwarten,cite-ref-14[14] so dass die IRE-Spektroskopie lange Zeit sehr aufwendig war und nur eine geringe Empfindlichkeit zeigte. Durch verbesserte Interferometer und neue empfindliche Detektoren können Emissionsspektren heutzutage routinemĂ€Ăig aufgenommen werden.
Eingesetzt wird die IRE-Spektroskopie unter anderem bei der Untersuchung von Lacken, Salzschmelzen und Silikate sowie katalytischen Reaktionen an dĂŒnnen Schichten und adsorbierten Spezies auf Festkörpern. Vorteile bietet diese Methode vor allem bei In-situ-Messungen bei hohen Temperaturen, da hier, anders als beispielsweise bei Reflexionstechniken, die Ăberlagerungen der Absorptionsbanden mit den Emissionsbanden vernachlĂ€ssigbar sind. Des Weiteren kann die IRE-Spektroskopie auch bei der Messung von groĂen Gasvolumen eingesetzt werden, beispielsweise in der Prozessanalytik.
Problematisch können Messungen von Mehrfachschichten oder generell gröĂeren Volumen sein, da hier Absorptions- sowie Emissions-Reabsorptions-Prozesse stattfinden und die gemessenen Spektren beeinflussen. Weitere Einflussparameter auf das Spektrum sind unter anderem die Geometrie der Probe, die Wahl des Strahlungshintergrunds, Streustrahlung und, wie bereits erwĂ€hnt, die Temperatur der Probe selbst. Aus diesen GrĂŒnden sind selbst IR-Emissionsspektren mit einem hohen Signal-Rausch-VerhĂ€ltnis sehr komplex und schwer auszuwerten. In der Literatur wurden daher diverse Methoden vorgestellt, um die StöreinflĂŒsse zu kompensieren.cite-ref-15[15]
Siehe auch
Literatur
âą Helmut GĂŒnzler, Hans-Ulrich Gremlich: IR-Spektroskopie: Eine EinfĂŒhrung. 4. Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2003, ISBN 978-3-527-30801-9.
âą M. Hesse, H. Meier, B. Zeeh: Spektroskopische Methoden in der organischen Chemie. 6. Auflage. Thieme, Stuttgart 2002, ISBN 3-13-576107-X.
âą Bernhard Schrader: Infrared And Raman Spectroscopy. VCH, 1995, ISBN 3-527-26446-9.
Weblinks
Commons
: Infrarotspektroskopie
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikibooks: Praktikum Organische Chemie/ IR-Banden
â Lern- und Lehrmaterialien
âą Grundlagen und Technik der Infrarot-Spektroskopie
âą IR-Spektrum: Tabelle & Schema (Siegmaaldrich)
Einzelnachweise
cite-note-bgr-1-11. â BGR Infrarot-Spektroskopie. Abgerufen am 17. Juli 2008.
cite-note-0-22. â Alexander Erlich: Fourier-Transform-Infrarot-Spektroskopie. (Memento vom 11. Dezember 2014 im Internet Archive) (Beispiele fĂŒr IRES-Spektren; PDF; 2,6 MB), 8. Juli 2010.
cite-note-31. Helmut GĂŒnzler, Hans-Ulrich Gremlich: IR-Spektroskopie: Eine EinfĂŒhrung. 4. Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2003, ISBN 978-3-527-30801-9, S. 165â240.
cite-note-66. â C. Christiansen: Untersuchungen ĂŒber die optischen Eigenschaften von fein verteilten Körpern â Erste Mittheilung. In: Annalen der Physik und Chemie. 23, 1884, S. 298â306.
cite-note-77. â C. Christiansen: Untersuchungen ĂŒber die optischen Eigenschaften von fein verteilten Körpern â Zweite Mittheilung. In: Annalen der Physik und Chemie. 24, 1885, S. 439â446.
cite-note-88. â C. V. Raman: The theory of the Christiansen experiment. In: Proc. Ind. Acad. Sci. 29, 1949, S. 381â390.
cite-note-1-99. â (PDF) Wave optics in Infrared Spectroscopy. Abgerufen am 21. August 2021 (englisch).
cite-note-su-taka-1212. â W. SuĂ«taka: Surface Infrared and Raman Spectroscopy: Methods and Applications. Springer, New York 1995, ISBN 0-306-44963-3, S. 163 ff.
cite-note-1313. â S. Zhang, F. S. Franke, T. M. Niemczyk: Emission Spectroscopy. In: Francis Mirabella, Mirabella (Hrsg.): Modern Techniques in Applied Molecular Spectroscopy. Wiley & Sons, 1998, ISBN 0-471-12359-5, S. 323â376 (EinfĂŒhrung mit Beschreibungen zu verschiedenen Techniken).
cite-note-1414. â K. Molt: Aufnahme von Infrarot-Emissionsspektren dĂŒnner Schichten auf MetalloberflĂ€chen mit Hilfe eines rechnergekoppelten Gitterspektrometers. In: Freseniusâ Zeitschrift fĂŒr Analytische Chemie. Band 308, Nr. 4, 1981, S. 321â326, doi:10.1007/BF00516246 (mit Bezug auf G. Herzberg: Spectra of diatomic molecules. Van Nostrand, Princeton 1950.).
cite-note-1515. â Francis M. Mirabella: Modern techniques in applied molecular spectroscopy. Wiley-IEEE, 1998, ISBN 978-0-471-12359-0, 9. Emission Spectroscopy, S. 323â377.